Erfolgsgeschichten aus der Praxis - Schlafstörung
- Carina Lieberherr

- 16. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Die folgende Fallgeschichte basiert auf einem realen Patientenfall aus meiner Praxis. Zum Schutz der Persönlichkeit wurden alle Inhalte sorgfältig anonymisiert. Sämtliche Angaben sind so verändert, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Die dargestellten Inhalte dienen ausschliesslich der Information und stellen keine individuelle Mittelempfehlung dar. Sie ersetzen weder eine persönliche Konsultation bei einer Therapeutin noch bei einer Ärztin.
Panik in der Nacht: Wenn der «Nachtschreck» den Schlaf raubt
Die kleine Ivana schlief von Anfang an gut bis sie mit acht Monaten plötzlich jede Nacht schreiend aufwachte. Weit aufgerissene Augen, ein schweissgebadeter Kopf und panisches Weinen liessen die Eltern ratlos zurück. Dieses Praxisbeispiel beleuchtet das Phänomen des Nachtschrecks und zeigt, wie die Homöopathie mit Belladonna helfen kann, das Nervensystem sanft zu beruhigen, damit das Baby (und die Eltern) wieder in den Schlaf findet.

«Sie sieht aus, als hätte sie etwas Schreckliches gesehen» – Ein Anamnesegespräch
Carina: Ivana ist jetzt acht Monate alt. Du hast mir erzählt, dass sie bisher eigentlich eine gute Schläferin war. Was hat sich vor drei Wochen verändert?
Mutter: Ja, das Stillen nachts hat mir nie etwas ausgemacht. Aber seit drei Wochen ist es anders. Ivana schläft nicht mehr durch. Sie erwacht schreiend, ihre Augen sind weit aufgerissen, wenn ich ins Zimmer komme. Es sieht so aus, als ob sie etwas furchtbar Schreckliches gesehen hätte.
Carina: Das muss für dich als Mutter sehr belastend sein. Wie geht es dann weiter, wenn du bei ihr bist?
Mutter: Es geht oft die halbe Nacht so. Ivana schreit sehr laut, fast schon panisch. Das ist ganz anders als ihr Weinen am Tag. Ich kann sie fast nicht beruhigen und habe manchmal sogar das Gefühl, dass sie mich in diesem Moment gar nicht erkennt.
Carina: Fällt dir an ihrem Körper etwas Besonderes auf, wenn sie diese Zustände hat?
Mutter: Sie schwitzt sehr stark am Kopf, meistens am Hinterkopf. Das Gesicht ist oft ganz rot und der Kopf ist heiss, aber ihre Finger und Füsse sind dabei eher kalt.
Carina: Das passt sehr gut zum Bild des sogenannten «Nachtschrecks». Das passiert, wenn Kinder aus dem Tiefschlaf nicht richtig aufwachen. Sie wirken verängstigt, reagieren aber kaum auf Ansprache. Wie verhält sie sich denn tagsüber?
Mutter: Tagsüber ist sie ein fröhliches Baby, sie lacht viel und ist sehr neugierig. Nur zum Einschlafen braucht sie unbedingt ein Licht, sie mag die Dunkelheit nicht. Die schlimmen Phasen nachts beginnen meistens erst nach Mitternacht und wiederholen sich dann mehrmals.
Carina: Die Kombination aus dem plötzlichen, heftigen Aufschrecken, dem geröteten Gesicht und dem schwitzigen Kopf führt uns zu Belladonna. Es ist ein wichtiges Mittel bei Beschwerden, die sehr plötzlich und intensiv auftreten, fast wie ein Überfall auf das Nervensystem.
Resultat & Fazit
Ivana erhielt eine Gabe Belladonna C30. Der Heilungsprozess verlief schrittweise:
Nach einer Woche: Die Mutter berichtete, dass die Nächte bereits ruhiger wurden. Ivana wachte weniger häufig auf, die Episoden waren weniger intensiv und sie liess sich schneller wieder beruhigen.
Nach zwei Wochen: Ivana schlief wieder so ruhig und friedlich wie vor dieser Phase.
In der Folgezeit begleiteten wir Ivana homöopathisch durch ihre Zahnungsphasen. Da beim Zahnen oft ähnliche Symptome (Hitze, plötzlicher Schmerz) auftreten, blieb die Homöopathie ein wertvoller Begleiter. Bis heute ist Ivana für akute Beschwerden bei mir in Behandlung. Ein schönes Beispiel dafür, wie eine vertrauensvolle, langfristige Begleitung aussehen kann.
Was du tun kannst:
Einschlafrituale und Einschlafhilfen pflegen. Das nächtliche Erwachen wird wesentlich vom abendlichen Einschlafen bestimmt. Du kannst dann beim Erwachen auf die Rituale zurück greifen.
Optimale Raumtemperatur schaffen. Wir schlafen am besten bei einer Raumtemperatur von 18°C.
Tag-Nacht-Rhythmus unterstützen. Gegen Abend reize reduzieren und das Licht wenn möglich abdunkeln. Regelmässige Abläufe und Rituale vermitteln Sicherheit und Geborgenheit.
Raum regelmässig gut lüften. Vor und nach jeder Schlafphase für mindestens 10 Minuten.
Schenke deinem Kind nähe und zeige ihm, dass es nicht alleine ist. Der sicherste Schlafort für einen Säugling ist im Kinderbett im Elternschlafzimmer.




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